Epilieren, Haarentfernung und Nadelepilation

Die Nadelepilation ist eine apparative kosmetische Behandlungsart. Nach über 135 Jahren ist sie weiterhin die einzige bekannte nachhaltige Methode zur permanenten Haarentfernung (Epilation) unerwünschter Haare. Die Wirkung der Nadelepilation ist durch Langzeitstudien nachgewiesen. Im Gegensatz zur Photoepilation (IPL und Laser) kann die Nadel – Epilation gleichermaßen bei allen Haut- und Haartypen angewendet werden.

Bei der Nadelepilation wird dazu eine sehr dünne Sonde aus Chirurgenstahl in den Haarkanal eingeführt und bis zur Haarwurzel bewegt, wo dann ein genau dosierter Stromimpuls die Haarwurzel für immer zerstört.
Im Vergleich zur Haarentfernung mit Laser oder IPL – Technik, muss hier jedoch jedes Haar einzeln behandelt werden, was einen erhöhten Zeitaufwand ergibt. Sofern es die Rahmenbedingungen (Haut- und Haarfarbe) zulassen sollten, bietet es sich daher immer an, in dem zu behandlenden Hautbereich zunächst mit Laser oder IPL zu enthaaren. Die noch verbliebenen einzelnen Haare können dann mit der Nadelepilation am effektivsten und kostengünstigsten epiliert werden. Hier finden sie die besten Geräte im Epilierer Test.

Die Nadelepilation, gelegentlich auch als Elektro – Epilation oder Elektrolyse bezeichnet, wurde bereits im Jahre 1875 von Dr. Michel erfunden. Dr. Michel hatte bei mehreren Patienten das Problem, dass die Wimpern in die Augenlieder eingewachsen waren. Er suchte nach einer Lösung und hatte dann die Idee. Anstatt direkt am Auge zu hantieren, beschloss er ddie Wimpern direkt an der Wurzel zu entfernen.
Er benutze hierfür galvanischen Strom. Dr. Michel war bekannt, dass galvanischer Strom das Gewebe des menschlichen Körpers zwar chemisch zersetzt, diese aber trotzdem weich und flexibel bleiben. So faste er deb Entschluss galvanischen Strom an eine Nadel anzuschließen und diese Nadel dann in die Haarwurzel einzuführen. Die Idee war es das Haar an der Stelle anzugreifen, von der her das Haar wächst und ernährt wird. Das Ergebnis war sehr gut und die Elektrolyse als Behandlungsmöglichkeit der Haarentferner mittels Nadelepilation als neue Technik geboren.

Epilieren – Elektrolyse

Das Natrium, das sich in der Haut befindet, wird mittels einer Epilations – Nadel (die als Katode dient) auf die  Oberfläche der Haut gezogen und verbindet sich dort mit den fettigen Säuren des Haarfollikels zu einer haarzerstörenden Lauge. Diese Lauge, die sich entlang der Elektrolysenadel bildet, zerstört die s.g. germinativen Zellen der Haarwurzel und verhindert somit ein weiteres Wachsen des Haares. Das Haar lässt sich nach der Bahandlung leicht mit Hilfe einer Pinzette herauszupfen.
Die Bildung der Lauge fällt unterschiedlich stark aus. Die Säurebildung hängt u.a. auch vom Feuchtigkeitszustand des Gewebes ab. Bei eher  feuchter Haut entwickelt sich die Lauge schnell bis zur Hautoberfläche und sprudelt dann aus der  Haarwurzel heraus. Bei trockener Haut bildet sich die Lauge dagegen eher an der Nadelspitze.
Nachteil der Elektrolyse ist, dass sie im Vergleich mit anderen Methoden der permanenten Haarentfernung sehr zeitaufwändig ist. Zur Epilation eines Haares werden bis zu 40 Sekunden benötigt. Daher wird diese Epilationsmethode auch nur bei eher empfindlichen, kleinen bis mittleren Stellen verwendet.

Epilieren -Thermolyse

Bei der Haarentfernung durch Thermolyse wird mittels Zuführung von Wechselstrom ein Hochfrequenzstrom auf die Nadel gebracht. Dieser versetzt die Moleküle in der Haarfollikelumgebung in Schwingungen, was zu Hitzeentwicklung und somit zum Verbrennen der Blutgefäße und Zellen führt. Durch die Zerstörung der Blutzufuhr an das Haar wird die Haarwurzel zerstört. Bei dem Thermolyseverfahren werden grundsätzlich nur isolierte Nadeln verwendet, damit der Strom ausschliesslich an der Spitze freigesetzt wird.
Die Epilation durch Thermolyse ermöglicht ein sehr gründliches und  schnelles Arbeiten. Bisher galt diese Methode jedoch als verhältnismässig schmerzhaft. Dies ist aber bei  Geräten neuerer Bauart nicht mehr der Fall. Heutzutage ist durch den Einsatz von Mikroprozessoren, welche einen sehr schnellen Strom mit sehr hoher Intensität ermöglichen, der Schmerzpegel durch die nur noch sehr kurze Behandlungszeit erheblich gesunken. Der Strom fließt nur noch zwischen 1/1000 bis 1/10 Sekunde pro Haar. Diese Methode wird daher auch Flash- oder Superflash-Methode (1/1000 Sekunde) genannt. Die Superflash-Methode wird jedoch nur bei sehr feinen Haaren angewendet.
Da der Strom nur an der Spitze der Nadel freigesetzt wird, erfordert die Epilation per Thermolyse ein sehr genaues Einführen und Plazieren der Nadel in den Haarkanal. Bei deformierten, z.B. gekrümmten Haarfollikeln ist diese Methode der Haarentfernung daher nicht geeignet. Somit sollte diese Technik nur von routinierten Fachpersonal durchgeführt werden, da sie ansonsten nicht zum gewünschten Erfolg sondern zu ungewollten Entwicklungen, bis hin zur Narbenbildungen führen kann. Der Vorteil dieser Methode liegt ganz klar in dem für die Nadelepilation vergleichsweise schnellen Behandlungsfortschritt.

Epilieren – Blendmethode

Bei der Blendmethode werden die beiden zuvor genannten Verfahren zusammen angewendet. Auf den Gleichstrom der Elektrolyse, wird ein schwacher Hochfrequenzstrom der Thermolyse  aufmoduliert. Dies hat zur Folge, das sich unter der Hitzeentwicklung die Lauge viel schneller bildet und besser im Follikel verteilt werden kann. Dieses Verfahren ist gegenüber der Elektrolyse schneller. Es werden  ca. 4-10 Sekunden pro Haar benötigt.  Auch ist diese Methode treffsicherer als die beiden anderen vorgestellten Verfahren in der Einzelanwendung, da sich die Lauge entlang der Nadel entwickelt und durch den Hochfrequenzstrom zusätzlich in der Behandlungstelle verteilt wird.
Dabei kann der Hochfrequenzstrom schwach über die ganze Zeit aufmoduliert werden oder mit hoher Intensität in kurzen Sequenzen. Bei einer hohen Intensität und kurzen Sequenzen verteilt sich der Strom noch besser im Follikel, jedoch ist die Laugenbildung nicht mehr ganz so intensiv.